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Reisebericht 185 km Ruderfahrt Braunschweig-Hamburg

 

5 Männer, "ein paar Getränke"  und eine Lenzpumpe verließen am Donnerstagmorgen den Braunschweiger Ruderverein am Mittellandkanal, nachdem der strömende Regen aufgehört hatte. Am Tag zuvor sind wir alle zu Ulf bei wolkenbruchartigem Regen nach Braunschweig gefahren.

Es war ein bisschen wie in billigen B-Gruselmovie. Fehlte nur noch ein zweifelhaftes Motel mit kaputter Leuchtreklame am Straßenrand. Als wir das Tal der Finsternis erreicht hatten, gab's bei Ulf Selbstgekochtes und einen Besuch in seiner Sängerschaft, wo es nicht bei einem Bier blieb.

Schon beim ersten vorbeifahrenden Dampfer auf dem Mittellandkanal lief Wasser ins Boot und die Lenzpumpe kam gleich zu ihrem ersten und letzten Einsatz - sie ging nämlich kaputt. Dann gings immer den Elbe-Seitenkanal auf teilweise 5-6 km langen Geraden entlang. Erste Übernachtung in Hankelsbüttel war ein angenehmer Verein mit Ferienhauscharakter. Lagerfeuer am Abend.

Am darauffolgenden Tag passierten wir bei schönstem Sonnenschein die mit 24m Hub beachtliche Uelzener Schleuse und zelteten am Ufer. Der Kanal ist recht unspektakulär, liegt teilweise höher als die umgebende Landschaft und überbrückt mehrmals den Fluß Ilmenau.

Der dritte Tag war ein total verregneter. Erschwerend hinzu kam eine zuvor recht kühle Herbstnacht im Zelt und das lästige Umtragen am Lüneburger Schiffshebewerk, da wir sonst mindestens drei Stunden auf die Passage hätten warten müssen. Die dankbar angenommen Strömung der Elbe und deren abwechslungsreiches Ufer wurden nur vom schlechten Wetter und der Warterei am Geesthachter Ruderverein getrübt, wo wir kalt und durchnässt alle möglichen Personen in der Hoffnung auf einen Hausschlüssel durchtelefonierten. Glühwein am Abend entschädigte alles.

Die letzte Etappe verlief etwas schaukelig auf der breiten Elbe, bis man via Zollkanal und Rathausschleuse am späten Nachmittag das alanische Ufer erreichte. Zuvor gabs noch lecker Mittach von Ulfs Mutter an einem kleinen Yachthafen.